Infrarotheizung oder Konvektor: der Unterschied
Beide Geräte machen aus einer Kilowattstunde Strom eine Kilowattstunde Wärme. Verschieden ist der Weg, auf dem diese Wärme zu Ihnen kommt.
Von Dörte Halbach, Stand 22.10.2026, 4 Minuten Lesezeit
Ob Infrarotheizung oder Konvektor: Beide sind elektrische Direktheizungen, beide wandeln den aufgenommenen Strom vollständig in Wärme um. Der Unterschied liegt im Weg der Wärme. Ein Infrarotpaneel gibt den größten Teil als Strahlung ab, die Wände, Möbel und Menschen erwärmt, ohne zuerst die Luft zu heizen. Ein Konvektor erwärmt die Luft, die an ihm vorbeiströmt, und verteilt die Wärme über diesen Luftstrom. Daraus folgen Unterschiede in Reaktionszeit, Temperaturverteilung und Aufstellung, aber keiner im Wirkungsgrad.
Wie eine Konvektor-Heizung arbeitet
Im Gehäuse eines Konvektors sitzt ein Heizelement mit Lamellen. Kalte Raumluft tritt unten ein, wird erwärmt, steigt auf und verlässt das Gerät oben durch ein Gitter. So entsteht eine Walze aus warmer Luft, die unter der Decke entlangzieht und an der kalten Außenwand wieder absinkt. Der Stiebel Eltron CNS Plus LCD ist ein typisches Beispiel, mit Leistungen von 500 bis 3.000 W, als Wandgerät oder als Standgerät Move mit Griff. Auch der Bosch Heat Convector 4000 arbeitet nach diesem Prinzip. Weil die Luft wenig Wärme speichert, wird ein Raum mit Konvektor schnell warm und kühlt nach dem Abschalten ebenso schnell wieder ab.
Was ein Infrarotpaneel anders macht
Ein Paneel hat eine große, flache Front mit mäßiger Temperatur. Von dieser Fläche geht Wärmestrahlung aus, die erst dort zu Wärme wird, wo sie auftrifft. Strahlung braucht keine Luft als Träger, sie wirkt wie die Sonne auf der Haut. Die angestrahlten Wände und Möbel erwärmen danach ihrerseits die Luft. Das Vaillant eloMENT VEI /1 MW und die Buderus Logatrend IFR Metall sind solche Paneele, beide unter 3 cm tief. Ganz ohne Konvektion kommt allerdings kein Gerät aus. Jede warme Fläche gibt auch an die Luft davor Wärme ab, und der Anteil der Strahlung hängt von Temperatur und Bauform ab.
Empfundene Temperatur und Luftschichtung
Wie warm sich ein Raum anfühlt, hängt an zwei Größen: an der Lufttemperatur und an der Temperatur der umgebenden Flächen. Die Bauphysik fasst beides als operative Temperatur zusammen, grob der Mittelwert aus Luft- und Flächentemperatur. Ein Paneel hebt vor allem den zweiten Teil an, ein Konvektor vor allem den ersten. Bei einem Konvektor sammelt sich die warme Luft eher unter der Decke, sodass es dort wärmer ist als am Boden. Bei einem Paneel fällt dieser Unterschied geringer aus. Ob sich daraus im eigenen Raum ein niedrigerer Verbrauch ergibt, lässt sich aus keinem Datenblatt ablesen, und Herstellerversprechen dazu sollten Sie mit Vorsicht lesen.
Reaktionszeit und Nutzung des Raums
Für einen Raum, der nur kurz genutzt wird, zählt, wie schnell es warm wird. Hier ist ein Konvektor oder ein Schnellheizer mit Gebläse im Vorteil, etwa der Stiebel Eltron CK 20 Trend LCD mit 2.000 W. Ein Paneel muss erst die Flächen erwärmen, bevor der Raum behaglich wirkt. Dafür gibt es seine Wärme gleichmäßiger ab und bewegt kaum Luft, was in einem Arbeitszimmer mit langen Sitzzeiten angenehm sein kann. In ständig bewohnten Räumen verschwimmt der Unterschied, weil Wände und Möbel nach einigen Stunden mit beiden Geräten warm sind.
Geräte mit beiden Wegen
Zwischen den reinen Formen gibt es Mischungen. Der Hersteller nennt den Stiebel Eltron CND einen Duo-Konvektor, der Strahlung und Konvektion verbindet; seine Front ist aus Stahl, die Leistungen reichen von 750 bis 2.000 W. Auch ein Badheizkörper gibt beides ab. Einige Elektro-Badheizkörper werden sogar als Infrarotheizkörper bezeichnet, so der Kermi Rubeo-E mit 280 bis 690 W. Am anderen Ende stehen Paneele mit sehr heißer Front: Für das Viessmann Vitoplanar EI6 nennt der Hersteller 120 °C an der Oberfläche, was den Anteil der Strahlung erhöht und beim Berühren Vorsicht verlangt.
Aufstellung: Sichtlinie oder Luftweg
Ein Paneel wirkt am besten dort, wo es freie Sicht auf den Raum hat. Ein Schrank davor fängt die Strahlung ab, ein Sofa wird auf der Rückseite kaum warm. Deshalb gehören Paneele an freie Wandflächen oder unter die Decke. Ein Konvektor braucht dagegen einen freien Luftweg: unten Platz zum Ansaugen, oben ein offenes Gitter, nichts darüber gehängt. Klassisch sitzt er unter dem Fenster, wo er die kalte Luft an der Scheibe abfängt. Beide Bauformen dürfen nicht abgedeckt werden, ein nasses Handtuch gehört auf keines der Geräte.
Welche Bauform zu welchem Raum passt
Für das Wohnzimmer mit freien Wänden und langen Abenden passt ein Paneel, für das Gästezimmer mit seltenen Besuchen eher ein Konvektor mit Wochenprogramm. In der Werkstatt, wo nur ein Arbeitsplatz warm sein soll, hilft ein Strahler mehr als beides. Die Bereiche Infrarotheizung und Elektroheizkörper zeigen die Modelle getrennt, und der Beitrag über die Grenzen der Infrarotheizung sammelt, wo ein Paneel nicht die beste Wahl ist.

Die Geräte aus diesem Beitrag
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Stiebel Eltron CNS Plus LCD (Wand und Move)
500 bis 3.000 WIP24Wand, Stand8 Ausführungen
Passt zum Raum8,4 / 10ab 135 €Preisangabe vom 23.10.2026
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Bosch Heat Convector 4000 (HC4000)
500 bis 2.500 WIP24Wand, Stand6 Ausführungen
Passt zum Raum8,1 / 10ab 142 €Preisangabe vom 23.10.2026
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320 bis 1.000 WWand, Decke5 Ausführungen
Passt zum Raum7 / 10ab 424 €Preisangabe vom 23.10.2026
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400 bis 1.000 WIP44Wand, Decke8 Ausführungen
Gleichwertig daneben6 / 10ab 221 €Preisangabe vom 23.10.2026
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Stiebel Eltron CK 20 Trend LCD
2.000 WIP24Wand
Für Sonderfälle4,4 / 10ab 124 €Preisangabe vom 23.10.2026
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Stiebel Eltron CND Duo-Konvektor
750 bis 2.000 WIP24Wand4 Ausführungen
Gleichwertig daneben6,2 / 10ab 359 €Preisangabe vom 23.10.2026
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Kermi Rubeo-E Elektro-Badheizkörper
280 bis 690 WIPX4Wand12 Ausführungen
Passt zum Raum6,4 / 10ab 1.329 €Preisangabe vom 23.10.2026
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350 bis 1.000 WIP21Wand, Decke4 Ausführungen
Für Sonderfälle4 / 10ab 329 €Preisangabe vom 23.10.2026







