Infrarotheizung: Stromverbrauch und Kosten berechnen
Leistung mal Stunden ergibt Kilowattstunden. Die Rechnung ist kurz, die eigentliche Frage ist, wie lange ein Gerät im Alltag wirklich heizt.
Von Dörte Halbach, Stand 22.10.2026, 4 Minuten Lesezeit
Den Stromverbrauch einer Infrarotheizung rechnen Sie mit einer einzigen Formel: Leistung in Kilowatt mal Betriebsstunden ergibt Kilowattstunden. Die Kosten folgen, wenn Sie diese Kilowattstunden mit dem Arbeitspreis aus Ihrem Stromvertrag multiplizieren. Schwierig ist nicht die Rechnung, sondern die Frage, wie viele Stunden ein Gerät tatsächlich Strom aufnimmt. Unten stehen Rechenbeispiele mit Geräten aus dem Katalog, dazu die Zeilen im Datenblatt, die bei der Schätzung helfen, und die Stellen, an denen kein Datenblatt weiterhilft.
Watt, Kilowatt und Kilowattstunden
Watt ist eine Leistung, also Energie pro Zeit. 1.000 W sind 1 kW. Läuft ein Gerät mit 1 kW eine Stunde ohne Pause, nimmt es 1 kWh auf. Ein Paneel mit 500 W braucht dafür zwei Stunden, ein Konvektor mit 2.000 W eine halbe. Diese Umrechnung gilt für jede elektrische Direktheizung, ob Infrarotpaneel, Konvektor, Strahler oder Badheizkörper, weil alle den aufgenommenen Strom vollständig in Wärme verwandeln. Ein Infrarotgerät nimmt bei gleicher Leistung und gleicher Laufzeit also genau so viel Strom auf wie ein Konvektor. Unterschiede entstehen erst über die Laufzeit.
Rechenbeispiele aus dem Katalog
Das Vaillant eloMENT VEI /2 MW in der Stufe mit 500 W nimmt in vier Stunden Dauerbetrieb 2 kWh auf. Ein Bosch Heat Convector 4000 mit 2.000 W kommt in derselben Zeit auf 8 kWh. Der kleinste Badheizkörper im Katalog, der Kermi Pateo-E mit 280 W, braucht für eine einzige Kilowattstunde gut dreieinhalb Stunden. Am oberen Ende steht der Systemair IR Infrarotstrahler 400 V für Hallen: Mit 6 kW nimmt er in einer Stunde 6 kWh auf, so viel wie das 500-W-Paneel in zwölf Stunden.
Stromverbrauch bei Volllast und im Alltag
Eine Rechnung mit Dauerbetrieb liefert eine Obergrenze. Im Alltag schaltet ein Thermostat das Gerät ab, sobald die eingestellte Raumtemperatur erreicht ist, und wieder zu, wenn sie fällt. Gezählt werden nur die Minuten, in denen der Heizleiter tatsächlich Strom zieht. Wie viele das sind, hängt von Dämmung, Außentemperatur, Fenstern und der gewünschten Temperatur ab, kaum vom Gerät. Ein Datenblatt kann diese Zahl deshalb nicht liefern, und auch zwei Räume im selben Haus kommen selten auf dieselben Stunden. Messen lässt sie sich bei Geräten mit Netzstecker über einen Zwischenstecker mit Energiezähler, bei festem Anschluss über einen eigenen Zähler im Verteiler, den eine Elektrofachkraft setzt.
Stufen, Gebläse und Bereitschaft
Manche Geräte haben mehrere Leistungsstufen. Der Quarzstrahler Stiebel Eltron IW 120 schaltet über einen Zugschalter zwischen 400, 800 und 1.200 W. Auf der kleinsten Stufe nimmt er in drei Stunden 1,2 kWh auf, auf der größten 3,6 kWh. Schnellheizer haben zusätzlich ein Gebläse: Für den Stiebel Eltron CK 20 Premium steht im Datenblatt ein Lüfter mit 11 W neben 2.000 W Heizleistung. Geräte mit Display und Wochenprogramm brauchen auch im Ruhezustand ein wenig Strom. Der Wert steht, wenn überhaupt, im ErP-Datenblatt des Herstellers.
Die Regelung bestimmt die Laufzeit
Für die Laufzeit zählt, wie genau ein Gerät regelt und wann es heizen darf. Konvektoren mit eingebautem Thermostat und Wochenprogramm, etwa der Stiebel Eltron CON Premium oder der Austria Email ATL F127, heizen nur in den eingestellten Zeiten auf die Komforttemperatur und halten sonst eine niedrigere. Eine Fenstererkennung schaltet ab, wenn die Temperatur nach dem Öffnen eines Fensters plötzlich fällt. Wie viele Kilowattstunden das im eigenen Haus ausmacht, verrät kein Datenblatt, und jede Zahl dazu wäre geraten. Sicher ist nur: Jede Stunde, in der das Gerät nicht heizt, fehlt am Ende in der Rechnung.
Kosten mit dem eigenen Tarif ausrechnen
Für die Kosten brauchen Sie drei Zahlen: die Leistung aus dem Datenblatt, eine geschätzte Laufzeit und den Arbeitspreis je Kilowattstunde von Ihrer Stromrechnung. Leistung in kW mal Stunden ergibt die Kilowattstunden, diese mal Arbeitspreis den Betrag pro Tag. Für eine Heizperiode multiplizieren Sie mit der Zahl der Heiztage. Der Grundpreis des Vertrags ändert sich durch ein zusätzliches Gerät nicht. Wer mehrere Räume elektrisch heizt, rechnet jeden Raum einzeln und zählt zusammen. Einen festen Preis je Kilowattstunde nenne ich hier bewusst nicht, weil Tarife und Verträge zu weit auseinanderliegen und jede Annahme schnell veraltet.
Was das Datenblatt zur Rechnung beiträgt
Nützlich sind drei Zeilen: die Nennleistung jeder Variante, die Stufen, falls es welche gibt, und die Art der Regelung. Auf den Geräteseiten stehen alle drei, und die Tabelle der Varianten zeigt jede Leistung einzeln. Die Seiten nach Leistung ordnen die Modelle in drei Bereiche. Welche Leistung ein Raum überhaupt braucht, ist eine eigene Frage; sie steht im Beitrag über Watt und Raumgröße.

Die Geräte aus diesem Beitrag
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320 bis 1.000 WWand, Decke5 Ausführungen
Passt zum Raum7 / 10ab 366 €Preisangabe vom 23.10.2026
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Bosch Heat Convector 4000 (HC4000)
500 bis 2.500 WIP24Wand, Stand6 Ausführungen
Passt zum Raum8,1 / 10ab 142 €Preisangabe vom 23.10.2026
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Kermi Pateo-E Elektro-Badheizkörper
280 bis 690 WIPX4Wand12 Ausführungen
Passt zum Raum6,4 / 10ab 1.329 €Preisangabe vom 23.10.2026
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Systemair IR Infrarotstrahler 400 V (Industrie)
3.000 bis 6.000 WWand, Decke3 Ausführungen
Datenblatt prüfen4,7 / 10ab 1.034 €Preisangabe vom 23.10.2026
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1.200 WIPX4Wand
Passt zum Raum3,9 / 10ab 79 €Preisangabe vom 23.10.2026
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2.000 WIP24Wand
Für Sonderfälle4,7 / 10ab 199 €Preisangabe vom 23.10.2026
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500 bis 3.000 WIP24Wand5 Ausführungen
Passt zum Raum6,3 / 10ab 225 €Preisangabe vom 23.10.2026
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Austria Email ATL F127 PROG Plug Konvektor
1.000 bis 2.000 WIP24Wand3 Ausführungen
Gleichwertig daneben6,1 / 10ab 88 €Preisangabe vom 23.10.2026







